Olympus PEN-F

Fotodesign Ludwig

 

Olympus PEN-F

 

Bewertet wird eine Kamera und die Bewertung ist rein subjektiv,

da ausschließlich aus meiner Sicht erfolgt.

Bin seit 1977 Fotograf und für mich zählen vier Dinge, die Kamera, das Objektiv, das Motiv und das Licht muss zusammen passen und ein gutes Endergebniss abliefern, egal wie die Ausrüstung auch heist.

Mich interessieren keinerlei hochtrabenden Marketing Versprechungen,Lobhudeleien und genau so wenig Bewertungen die alles nur schlecht machen, so aus Prinzip heraus.

 

Warum kauft man sich eine PEN-F, die aussieht wie aus dem Antiquariat?

Ganz einfach, weil man diesen nostalgischen Stil mag, wenn nicht, dann hilft auch kein Gejammer in einer Rezension und Punktabzug.

Man sollte immer vor dem Kauf einer Kamera diese in der Hand gehabt haben ob alles zusammen passt.

Wer große Hände hat ist bei einer solch kleinen Kamera eh falsch aufgehoben, der muss ein Regal weiter gehen.

Auch sollte einen vorher bekannt sein welche Objektive man nutzen möchte und was die zukünftigen Motive mit dieser Kamera sind.

Für Sport und Actionfotografie ist die Pen-F weniger geeignet.

Die großen Pro Objektive liefern zwar alle erstklassige Bilder an der PEN-F ab, passen aber so garnicht zu der kleinen Kamera.

Zu schwer, zu wuchtig, unhandlich, hier ist man bei einer OM-D E-M1 oder E-M5 besser aufgehoben.

Zur PEN-F sind die Festbrennweiten ideal und die beiden Zuiko Zoom Objektive 9-18 und 14-150II.

Ich nutze das 4.0-5.6/9-18 ; 3.5/30 ; 1.8/45 ; 1.8/75 und die beiden OM Objektive 2.8/100 und 3.5/135 sowie das 4.0-5.6/14-150II auf Reisen.

Die Bildqualität ist hier überragend gut.

Allerdings auch an meiner PEN E-P5 Limited.

Ich mag halt dieses nostalgische Design und kann wählen zwischen Aufstecksucher (PEN E-P5 oder nur Display) oder den sehr guten Rangefinder Sucher der PEN-F.

Dieser ist auch für Brillenträger geeignet, nicht 100% optimal aber immer noch sehr gut nutzbar.

 

Der Sucher und der Creativ Dial, welch Wort für einen Drehschalter, haben mich überzeugt die PEN-F zu kaufen.

Der 20MP Sensor und der "alte" 16MP Sensor der PEN E-P5 nehmen sich in der normal Bildansicht nichts.

Mit bloßen Auge erkennt man da keine Unterschiede und Pixelpeeping und 100% Vergrößerungen mach ich nicht, lieber gleich die richtige Brennweite und sich Zeit für das Motiv nehmen, oder auch einmal auf ein Motiv verzichten lernen.

 

Die PEN F bietet sich regelrecht an sich mit der Fotografie wieder auseinander zu setzen.

Wer SW Fotografie mag lernt den Creativ Dial (Drehschalter) zu lieben und die dazugehörenden Einstellungen.

Nicht das vieles davon auch die PEN E-P5 nicht könnte, allerdings hier im Menü untergebracht (SW Filter, körniger Film).

Bei der PEN F noch viel viel umfangreicher und hier sieht man dann auch mit bloßen Auge die Unterschiede in Normalansicht der Bilder, gut gemacht Olympus.

 

Endlich liegen auch die C1 bis C4 Programme auf den Einstellrad, darauf hab ich gewartet, bisher musste ich zu meinen vor eingestellten Programmen immer ins Menü.

 

Auch für die Belichtungskorrektur gibt es jetzt ein Einstellrad extra, man wird in die analoge Kamerazeit zurück versetzt und weis wieder solch Details zu schätzen.

Es ist halt keine Schnappschusskamera, geht schon, aber die Pen-F will eingestellt werden, die vielen Möglichkeiten dazu schreien richtig danach.

Man muss auch nur ein einziges mal ins Menü um die Grundeinstellungen für seine Bedürfnisse einzustellen, danach kann alles mit Einstellrädchen, genau wie früher, an der Kamera erreicht und manuell eingestellt werden.

Dies bevorzuge ich gegenüber den Automatikprogrammen und fordern wieder den Fotografen zum nachdenken.

 

Der Bildstabilisator ist noch einmal zur PEN E-P5 verbessert worden, ich hab es geschafft bis 1sec. Freihand scharf zu bekommen, bei der E-P5 war da bei 1/15sec.Schluss, zumindest für mich.

 

Das Menü, wer Olympus kennt kommt sofort damit klar, ist wie immer sehr umfangreich, man sollte sich unbedingt das Handbuch oder ein Fachbuch zu Gemüte führen, dann macht die Kamera noch mehr Spaß wenn man weis was sie alles kann.

Gut für Nutzer der E-M1, E-M5 oder der PEN E-P5, die Akkus sind die Gleichen.

 

Der Handgriff, für mich ein Fehlgriff von Olympus.

Ein schwarzes abgebrochenes Stück Blech, so wirkt er auf mich und verschlimmbessert das Design der Kamera.

So wirklich verbessert sich die Griffigkeit der Kamera nicht damit, die PEN-F kann man schon ohne den Griff sehr gut halten und bedienen.

Entspricht auch mehr den Sinn dieser Nachbildung der historischen PEN F, eben eine kleine feine Kamera in der Hand zu halten.

Etwas für Nostalgiker und nicht für Boliden verwöhnte Fotografen.

Für die nostalgische Optik und ein noch besseres Handling empfehle ich die original Lederhalbschale von Olympus.

Die Kamera gewinnt etwas an Höhe und das Leder ist schön griffig.

 

Bei den Bildern werden alle staunen was Olympus da vollbracht hat.

Das viel beschworene Rauschen des mFt Sensors rauscht in vielen Köpfen rum, nicht auf den Bildern in Normalansicht bis A3 oder A2 Format.

Pixelliebhaber werden aber in xxx facher Vergößerung immer was entdecken, allerdings ehrlicher weise dann auch bei größeren Sensoren.

Dafür wurde die Kamera aber nicht hergestellt (alle Anderen aber auch nicht), sondern um ehrliche Bilder zu machen.

Das schafft die Kamera bis 1600 ISO exzellent, bis 3200 immer noch sehr gut.

Es ist auch nicht das bekannte Sensorrauschen/verpixeln bei noch höheren ISO Werten sondern mehr eine Art Körnung wie früher beim guten alten Film.

 

Mit den Festbrennweiten läuft die PEN-F zur Höchstform auf, auch mit den guten alten OM Objektiven aus analogen Zeiten.

Meine Empfehlung sind zur Ergänzung des Objektivparks das OM 2.8/100 und das OM 3.5/135, passt größenmäßig perfekt zur PEN-F.

Mit Fokus Peaking ist scharf stellen völlig problemlos, funktioniert aber auch ohne, nur mit den sehr guten scharfen und klaren Sucherbild.

Wer den Look der PEN-F auf die Höhe treiben will und ein bischen Old School betreibt der setzt mit Adapter einmal ein Leica Elmarit R 2.8/28 oder das Summicron R 2.0/50 davor oder gleich Leica M39 Objektive, dann ist die Kamera aus den 30ern des letzten Jahrhunderts perfekt.

Die Bildqualität ist auch hier einzigartig mit den ganz speziellen Leica Look in den Bildern, denn dafür sind die Objektive verantwortlich und am wenigsten die Kamera!

 

Ein weiteres feines Detail der PEN-F ist das Display, der Bildschirm lässt sich umklappen und damit wird die Kamera zu einer wunderschönen nostalgischen Messucherkamera, zumindest vom Aussehen, die Rückseite ist sogar beledert, man hat an fast alles gedacht.

Es kann auch sehr spannend sein zu erst zu fotografieren und die Bilder dann später auf den Display anzuschauen, nicht gleich wieder löschen, rumfummeln usw.

 

Die JPG Ausgabe der Bilder ist vom Feinsten, noch mehr Möglichkeiten bietet RAW und man kann sich viel Nacharbeit am PC ersparen, auch die Entwicklung übernimmt die Kamera in einigen Punkten schon.

 

Fazit:

Für Nostalgiker, Liebhaber hochwertiger und sehr gut anzuschauender Kameras mit sehr guter Bildqualität eine klare Kaufempfehlung.

Für SW Fans ein muss mit den Möglichkeiten der PEN-F.

Für Messsucher Liebhaber ist der Sucher das Special, für alle Anderen etwas gewöhnungsbedürftig, darum vorher die Kamera anschauen.

Für Handgriffliebhaber mit zusätzlichen Akkufach und damit für Fotografen die den Daumen vom Auslöser nicht weg bekommen nicht geeignet, die müssen öfter den Akku wechseln.

Für Festbrennweiten Fotografen ideal.

Für große schwere Objektive weniger geeignet, die Handlichkeit leidet sehr.

Für Nostalgiker mit den guten alten (kleinen) Objektiven im Schrank ein Hingucker nicht nur beim Kamera Aussehen sondern auch in der Bildqualität.

 

Im Prinzip kennt man alle Punkte vorher, mich stört etwas der fehlende Staub und Spritzwasserschutz.

Das hätte perfekt zum Preis-Leistungsverhältnis gepasst.

Es gibt eben nicht die perfekte Kamera.

 

Mit fotografischen Grüßen

 

Lutz Ludwig

 

Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

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